Gestern war ich einkaufen in einem Supermarkt meiner Wahl-Kleinstadt. Und wieder habe ich mich beim Anblick all der vielen Köstlichkeiten gefragt: Wer soll das alles essen bzw. kaufen (bis zum Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums)? Meine rein emotionalen, intuitiven Zweifel hege ich offenbar zurecht, wie ganz emotionslose Fakten belegen. Zu diesem Thema kann und möchte ich aber nicht als Moralist auftreten, weil ich mir in Sachen Lebensmittelverschwendung sicher auch schon den einen oder anderen Fehltritt geleistet habe. Nun gibt es aber Projekte, wie das des Fotografen Klaus Pichler, die Menschen wie mich an die Problematik des westlichen Warenüberflusses erinnern.
Erinnert Ihr Euch noch an den Marshmallow-Test? Was dort unter Kindern mithilfe von Marshmallows gecheckt wurde, war Selbstbeherrschung als kluges Mittel zum Erfolg. Beim Test des spanischen Ablegers der humanitären Organisation Action Against Hunger geht es zwar um etwas Ähnliches, aber auf sozialer Ebene: 2 Kinder bekommen 2 abgedeckte Teller vorgesetzt. Wohl unter beiden soll sich etwas Leckeres befinden. Beim Aufdecken stellt sich jedoch heraus, dass nur ein Kind Besitzer einer Nutella-Schnitte geworden ist. Wird es die kostbare Köstlichkeit mit dem anderen Kind teilen?
In seinem Clip "Sermon on the Mound" lässt US-Regisseur Eliot Rausch (der für seine aufwühlenden Sozialdokus bekannt ist) die Seligpreisungen der Bergpredigt auf bewegte Bilder von heute treffen, genauer gesagt: mitten in das Herz von Los Angeles. Die in Kapitel 5 des Evangeliums nach Matthäus niedergeschriebenen Jesus-Worte werden so bebildert für mich irgendwie "greifbarer".